Sonnengoldregen

Sonnengoldregen

Seit einer Stunde ist die Sonne wach
verschenkt ihr Licht dem neuen Tag.
Das Meer wellt ziemlich morgenträge,
als ob kein Wind im Äther läge.
Ein graues, loses Wolkenband
raubt meinen Blicken den Verstand.
Gelbgoldene helle Strahlenstreifen
durch Wolkenspalten leuchtend greifen.
Sekundenschnell wechselt dies Spiel.
Wo gerad noch Licht aufs Wasser fiel,
erlischt die Macht von allem Feuer.
Doch nebenan bricht schnell ein neuer
Strahl vom Sonnenball ins Meer. Weiterlesen

Umwölkt

P1130603Umwölkt

Kaum etwas ist veränderlicher
als eine Wolke auf der Flucht.
Ihre Körperform immer unsicher
die Endgestalt wird stets gesucht –
ohne dass sie je gefunden wird –
weil sie sich ständig selbst verliert.
Zwischen dem, was mancher Himmel nennt,
und unserem Boden, wo wir stehen,
ein Wolkenmeer die Sonne trennt,
die wir milchglasig dann nur sehen.

Die Geburt der Wolke liegt im Meer.
Da kommt unendlich Wasser her.
Verdunstet hebt es in den Äther
die Wolke wächst ein wenig später.
Aus Kleinem schwillt was Riesengroßes
und aus dem Inneren dieses Schoßes
entleert sich all die Wolkenflut.
Das tut der Erde mehr als gut.

Heut ist eine Wolke nah am Schwarz.
Hier endet meistens dann der Spaß.
Die Nachbarwolke strahlt noch weiß.
Die Juniluft drückt schwül und heiß.
Bald werden Wolken explodieren. Weiterlesen

Der kalte Wind

DezemberwolkenEin kalter Wind

So grauenvoll dies Wolkenmeer
Am Himmel jagt es wasserschwer.
Ein kalter Wind fegt mein Gesicht
Dezembermorgen ohne Licht.
Wohin ich blicke, wirkt es Leer
Das nasse Laub am Straßenteer
Hat seine Ruhe dort gefunden.
Brennnesselruten rau zerschunden
Das letzte Blattgrün angefroren
Zeigt hässlich welke schwarze Ohren
Ein gräsern Kraut ganz ausgebleicht
Nur Lebensferne aus sich zeigt.
Der Wind bringt Wasser wilde Wellen
Die Wegespfützen werden Stellen,
Wo Springfluten im Nu entstehn
Und in der Flaute schnell vergehn. Weiterlesen

In den Wolken

WolkenIn den Wolken

Weißt du wie viel Wolken ziehen
Windgetrieben am Firmament?
Manche gleiten, andere fliehen
Keiner alle Formen kennt.
Zart wie ausgezupfte Watten –
Gewitterschwarz und blitzerschreckt
Bringen sie uns so viel Schatten,
Wie der Himmel sich bedeckt.
Ganz geboren aus dem Nichts
Wachsen sie ins Grenzenlose.
Sind Akteure jeden Lichts
Wechseln ständig ihre Pose.
Schäfchenwolken bilden Herden.
Weißer Flaum in Sphären schwebt.
Wenn sie schwer und dunkel werden,
wird ihr Ende nass erlebt. Weiterlesen