Doppelschwänzige Aderhafte

EpeorusDoppelschwänzige Aderhafte

Der starke Bach, der flotte Berglandfluss
Wasserbewegung hält sie gut in Schuss.
Die kühle Welle sauerstofferfüllt
den schweren Stein ständig umspült.
Unter diesem lebt eng angeschmiegt
was später einen Sommertag nur fliegt.
Die doppelschwänzige Aderhafte
sich diesen Lebensraum verschaffte.
Ganz flach gedrückt so eng am Stein
da will die Strömung einmal gnädig sein.
Der wilde Wasserstrom am frischen Ort
reißt sonst Getier, treibt pausenlos es fort.
Die Aderhafte passte sich hier an.
Machte alles flach, so weit sie es nur kann.
Die Augen liegen auf dem Rücken
Die Kiemen an den Stein fast drücken.
Haarsäume lassen Wellen sanfter gleiten,
so wie sie auf den langen Beinen reiten. Weiterlesen

Fünf Köcherfliegen

35 Köcherfliegenlarve

Fünf Köcherfliegen

Fünf Köcherfliegen
Mir in Erinnerung blieben
Nach einem Frühlingsgang
Heute am Bachlauf entlang.
Bisher lief ich hier immer vorbei.
Des Wassers fließendes Konterfei
Konnte Neugierde kaum zünden
Und mein Interesse so binden.
Doch jetzt stieg ich das Ufer hinab.
Der Griff eines Steines der ergab
Schönstes Leben am Wasserort
Das sah ich sofort.
Hier schmiegte die erste Bekannte
Sich fest an eine raue Kante.
Ihr Köcher pur gebaut aus Steinen –
Am Körper eng nur die ganz feinen.
Aus den Seiten ragten die Groben –
Waren in die kleinen tief geschoben. Weiterlesen

Diatomeen

Diatomeen

Diatomeen sehen –
und dann sterben!
Lässt Schönheit sich ewig vererben?
Die Kieselalgen schaffen Schalen
Da fängt der Künstler an zu malen.
Den Kunstformen in der Natur
Kam Erich Haeckel auf die Spur.
Ein jeder, der gern mikroskopiert,
Hat diese Schalen oft studiert.
Wie eine Zelle fein kieseliert,
Silizium formstrukturiert –
Die Bionik einer einzigen Zelle
Ist eine große Forschungsquelle:
Für Statik und Architektur
Daneben noch Ästhetik pur.
Das filigrane Schalenmuster
Macht uns die Schöpfung noch bewusster.
Welch Schaffenskraft in kleinster Welt
Hat die Natur hier nur bestellt!
Es war vor mehr als hundert Jahren,
dass in Salons konnte man erfahren,
wie wunderschön die Diatomeen
magnifiziert waren anzusehen. Weiterlesen

Makrozoobenthos

Makrozoobenthos

Wer im fließenden Wasser am Boden sucht,
die Tiere da unten mal preist – dann verflucht –
Wer mit Keschern und Sieben und Kennerblick
Den Bachlauf inspiziert so Stück für Stück,
der muss wohl ein neugieriger Forscher sein
mit Stiefeln oder Wathosen an seinem Gebein.
Er wirbelt Substrate im Wasserstromlauf
Und sammelt die Drift mit Netzwerken auf.
Was sich von der Welle nicht fort spülen lässt,
sitzt unter Steinen und haftet dort fest.
Doch der Sammler ist dafür bestens gerüstet
Mit Pinsel, Pinzette wird nach Beute gelüstet. Weiterlesen