Was wird da draus?

Was wird da draus?

Es war wohl bei einem Spaziergang.
Im letzten Urlaub damals zwang
mich irgendein geartetes Gefühl
etwas mitzunehmen – gar nicht viel.
Am Boden lag ein klobiger Samen –
gerade dort, wo wir vorbei kamen.
Ich hob ihn auf, schaute ihn mir an.
Unser gemeinsamer Weg auf einmal begann.
Rätselhaft blieb mir dieser Fund
Meiner Neugierde hatte jeden Grund,
das Geheimnis, was darinnen steckt,
zu lüften, bis es ganz entdeckt.
Ins Erdreich grub ich das Objekt.
Dort wurd es langsam aufgeweckt.
Erst zeigte sich ein Knospenkiel.
Zartes Grün kam auch bald ins Spiel.
Ein Kranz von Warzen stellte sich
um eine Knospe mittiglich. Weiterlesen

Nach dem Sonnenuntergang

Nach dem Sonnenuntergang

Der Feuerrand der Sonnenscheibe
sucht sinkend eine neue Bleibe.
Am Horizont schwindet viel Glut
Äther verliert minütlich Blut.
Solch Untergang wirkt wie ein Ende –
als gäbe es nunmehr die Wende.
Der Tag verliert sein Sonnenlicht.
Zum Dunklen letztes Rot zerbricht.
Am Himmel treiben Wolkenketten
als ob sie keine Heimat hätten.
Gemächlich ist heut ihre Flucht.
Doch jede wohl das Weite sucht.
Zur Ruhe kommt hier diese Welt,
nur Mondenlicht bescheiden fällt
auf schlafend Feld und schwarzen Wald,
wo nur der Eulenruf mal hallt. Weiterlesen

Sellerieekel

SellerieknolleSellerieekel

Ob Speisekarte, Hausmannsküche
Das Essen schmeckt mir immer.
Ganz faszinierend sind Gerüche
Von Bratenduft im Zimmer.
Heut kann ich alles gut verspeisen.
Die Zunge selten protestiert.
Zu Hause oder auch auf Reisen
Wird vieles Neue ausprobiert.
Doch wenn ich an die Kindheit denke,
da war der Frieden oft gestört.
Da ging ich über Tisch und Bänke,
wurde mein Bitten nicht erhört.
Was auf den Tisch kam wurd gegessen.
Da gab es nirgends ein Pardon.
Manch Ohrfeige hat bald gesessen
Und ziemlich rau wurde der Ton.
Als kleiner Dotz gab es Gerichte,
da krampfte Magen Übelkeit.
Mir stand der Ekel im Gesichte
Stand Sellerie mir essbereit.
Er schwamm in deutlich großen Stücken
Besonders oft in Suppen rum.
Konnt Abscheu selten unterdrücken –
Zog meine Nase mehr als krumm. Weiterlesen

Der Schnee von morgen

SchneegesichtSchnee von morgen

Zum Jahresende fragt mancher sich:
Was wird die Zukunft bringen?
Prognosen sind nicht sicherlich –
So vage wie sie klingen.
Ganz ungewiss auf weite Sicht
bleibt allemal das Wetter.
Nur Sonne zündet stetig Licht
Manch armes Schwein wird fetter.
Der Blick nach vorn voll Widerspruch
Ahnung fühlt nicht nur Gutes.
Vielleicht geht Heiles ganz zu Bruch.
Und auch die Art des Mutes.
Was kümmert mich
der Schnee von morgen?
Die Welt dreht weiter sich gewiss.
Im Innersten da wogen Sorgen.
Der Weg wird plötzlich Hindernis.
Traumbilder gaukeln durch den Kopf
erzeugen Illusionen.
Gefüllt bleibt mir ein warmer Topf
Nicht nur mit Brei und Bohnen. Weiterlesen