Zerrissen

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Ein alter Weidepfahl in sich zerrissen –
spaltet sich bald wohl selbst entzwei.
Sein Faserwerk so tief gesplissen
Standfestigkeit ist längst vorbei.
Seine Jahresringe arg zerklüftet –
manch Höhle klafft lichtleer zum Grund.
Der Zeitverbund sich spröde lüftet.
Leicht frostig küsst die Morgenstund.
Wie faltig schaut das Holzgesicht
nach vielen rauen Wetterjahren.
Der stärkste Kern inmitten bricht –
wo einst die größten Kräfte waren.
Ein jedes Jahr zeugt neuen Ring
Der Baum fügt Holz zum festen Stamm.
Als dann die Zeit als Pfahl anfing,
Zerrissenheit zum Ende kam.

Zerrissen sind auch oft Gefühle.
Doch Alter ist hier nicht im Spiel
Verrückt werden im Herzen Stühle
Es ändert sich der Wege Ziel. Weiterlesen