Gerhard Laukötter's Blog

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Ein Kirschenblatt Ein Kirschenblatt liegt platt im Gartenteich. Sogleich kommen Schnecken aus allen Ecken raspeln mit scharfer Zunge das nicht mehr ganz so junge Teil vom Kirschengeäst ein Schlemmerfest für Schlamm- und Tellerschnecke. Auf der Kirschblattdecke liegt überall Kot: Zeichen fehlender Hungersnot. Vom Blatt wird nicht viel bleiben durch Einverleiben. Viele Tiere fressen gern beim Falllaubessen. Alles Gewebe, alle Haut werden verdaut. Advertisements

Ende einer Zitrone Was da heute vor mir liegt wenige Gramm gerade noch wiegt, ist ein Zitronenkadaverrest, der so nicht mehr vermuten lässt, dass diese Frucht fast vor einem Jahr ein Inbegriff von Frische war. Neben Malta ist Gozo gelegen. Eines Verwandtschaftsbesuches wegen verweilte ich auf diesem Inselort, war ein paar Tage gerne dort. Gozo war damals ziemlich grün. Nach Herbstregen begann es zu blühn. Zitrusfrüchte leuchteten weit waren zum Ernten reif… Weiterlesen

Als Plenter fiel er auf die Weide so ganz nach unserer Kühe Art. Nähe zum Fladen ich vermeide. Solch Exkrement Interesse spart. An Sommertagen tausend Fliegen bedienen sich am braunen Brei. Sie können kaum genügend kriegen. Die ersten Fladen gibt´s im Mai. Heut überrascht mich dieser Haufen. Er trägt ein Silberhaartoupet. Die Strähnen kreuz und quer verlaufen Vom Fladen kaum ich noch was seh. Der Haufen Kot ein Garten Eden hier quirlen… Weiterlesen

Schimmelkreise Als ich zuletzt die Quitte sah, war sie fast gelb – der Reife nah. Der September neigt dem Ende sich. Da erlebt die Frucht wohl einen Stich. Wie das geschah, bleibt unbekannt. Auf irgendeine Weise fand ein kleiner Pilz wohl eine Lücke. Sie diente ihm zum großen Glücke. Im Quittenfleisch lebt es sich gut. Da wächst rasant die Pilzebrut. Die fühlt sich wie im siebten Himmel Jetzt explodiert wahrhaft der Schimmel…. Weiterlesen

Vergilbt Ihr Grün ist überall ihr Stolz. Das Gemüt ist weich ohn jedes Holz. Weil sie so hübsche Blätter spreiten, im Leben lieben Schattenseiten, sind sie im Garten sehr begehrt in vielen Sorten gut vermehrt. Ihre Heimat liegt östlich weit weg Sie reiste einst im Handelsgepäck. In unserer Flora kam sie an. Die Erfolgsgeschichte dann begann. Der Funkiensammler gibt es viele. In der Züchtung liegen neue Ziele. Ich finde keinen Garten mehr,… Weiterlesen

Auf der Straße gelandet Über Nacht lag es da. Keiner weiß, wo es vorher war Novemberfrost hat es vereist kurz, nachdem es verreist. Es hat nicht mehr viel vor, seitdem es jeglichen Halt verlor Vom Winde orientierungslos verweht das Schicksal hier weiter geht. Vielleicht, um in der Gosse landen? Auch andere Blätter fanden ihre verletzte Ruhe dort, fuhren gemeinsam zu einem Ort, wo sie all ihre Strukturen verlieren beim kommunalen Kompostieren. Vielleicht… Weiterlesen

Krebse auf dem Holzweg Was machen Krebse nur im Wald? Sie lieben Wasser warm und kalt. Ich finde sie an allen Küsten, wo sie mit Scheren arg sich brüsten. Auch Tümpel, Weiher das sind Stellen, da schweben Krebse durch die Wellen. Ob Hüpferling, ob Wasserfloh sie schwimmen dort und sind sehr froh. Doch auch im Wald am Fuß von Buchen kann ich sehr viele Krebse suchen. Dem Meer kehrten sie einst den… Weiterlesen

Ein Haufen Holz Im Wald da liegt ein Haufen Holz. Der Besitzer ist wohl mächtig stolz. Als Nutzholz war es ohne Wert, weil krummes Wachstum es entehrt. Kein Mensch wollte es warm verbrennen. Es lernte keine Spaltaxt kennen. Mann schob es einfach hoch zum Haufen und ließ das Schicksal beißend laufen. Am toten Holz klebt grünstes Moos. Die Rinde bröckelt sterbend bloß. Wer hier sein Auge offen hält, sich diesem Haufen näher… Weiterlesen

Mykokackologie Es ist nicht nach jedermanns Geschmacke Am Wegesrand einen Haufen Kacke. Was sich oft unsrem Auge bot, wird schöner nicht als „Hundekot“. Nicht jeder Wuffi, der nun mal muss, bringt seinen Abfall weit vom Schuss. So wird manch Weg, manch Feldessaum Durch Hundeschiss gar zum Albtraum. Doch was geschieht mit solchen Haufen? Mal grad gelegt – dann eher in Schlaufen. Wird er zur Sonne hin platziert Der auch vom Wind umblasen… Weiterlesen

Baumleichenschau Seit Jahren liegt sie hier schon da. Die Leiche, die ein Baum mal war. Wie ein Skelett ruhn Stamm und Ast Entrindet ganz von allem Bast. Beerdigung währt Ewigkeiten Totengräber brauchen Zeiten, als wären sie vom andren Stern Ihr Humusziel: unendlich fern. Vom Baum verblieb nur totes Holz Gebrochen Größe, Wipfelstolz. Am Boden – fast wie aufgebahrt Liegt Buchentorso unverscharrt. Die kleinen Äste fehlen schon Die haben Assel und ihr Sohn… Weiterlesen