Gerhard Laukötter's Blog

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Auf der Straße gelandet Über Nacht lag es da. Keiner weiß, wo es vorher war Novemberfrost hat es vereist kurz, nachdem es verreist. Es hat nicht mehr viel vor, seitdem es jeglichen Halt verlor Vom Winde orientierungslos verweht das Schicksal hier weiter geht. Vielleicht, um in der Gosse landen? Auch andere Blätter fanden ihre verletzte Ruhe dort, fuhren gemeinsam zu einem Ort, wo sie all ihre Strukturen verlieren beim kommunalen Kompostieren. Vielleicht… Weiterlesen

Krebse auf dem Holzweg Was machen Krebse nur im Wald? Sie lieben Wasser warm und kalt. Ich finde sie an allen Küsten, wo sie mit Scheren arg sich brüsten. Auch Tümpel, Weiher das sind Stellen, da schweben Krebse durch die Wellen. Ob Hüpferling, ob Wasserfloh sie schwimmen dort und sind sehr froh. Doch auch im Wald am Fuß von Buchen kann ich sehr viele Krebse suchen. Dem Meer kehrten sie einst den… Weiterlesen

Ein Haufen Holz Im Wald da liegt ein Haufen Holz. Der Besitzer ist wohl mächtig stolz. Als Nutzholz war es ohne Wert, weil krummes Wachstum es entehrt. Kein Mensch wollte es warm verbrennen. Es lernte keine Spaltaxt kennen. Mann schob es einfach hoch zum Haufen und ließ das Schicksal beißend laufen. Am toten Holz klebt grünstes Moos. Die Rinde bröckelt sterbend bloß. Wer hier sein Auge offen hält, sich diesem Haufen näher… Weiterlesen

Mykokackologie Es ist nicht nach jedermanns Geschmacke Am Wegesrand einen Haufen Kacke. Was sich oft unsrem Auge bot, wird schöner nicht als „Hundekot“. Nicht jeder Wuffi, der nun mal muss, bringt seinen Abfall weit vom Schuss. So wird manch Weg, manch Feldessaum Durch Hundeschiss gar zum Albtraum. Doch was geschieht mit solchen Haufen? Mal grad gelegt – dann eher in Schlaufen. Wird er zur Sonne hin platziert Der auch vom Wind umblasen… Weiterlesen

Baumleichenschau Seit Jahren liegt sie hier schon da. Die Leiche, die ein Baum mal war. Wie ein Skelett ruhn Stamm und Ast Entrindet ganz von allem Bast. Beerdigung währt Ewigkeiten Totengräber brauchen Zeiten, als wären sie vom andren Stern Ihr Humusziel: unendlich fern. Vom Baum verblieb nur totes Holz Gebrochen Größe, Wipfelstolz. Am Boden – fast wie aufgebahrt Liegt Buchentorso unverscharrt. Die kleinen Äste fehlen schon Die haben Assel und ihr Sohn… Weiterlesen

Das alte Blatt Das alte Blatt liegt unzerkaut Ganz spröde auf der Bodenhaut Vermisst Kontakt zum Erdenreich – So wird kein Körper feucht und weich. Hart rascheln viele Blätterleichen. Niemand will sie zum Mahle reichen. Kein Asselchor, kein Milbenheer Die dächten hier an den Verzehr. Auch meiden Würmer diesen Ort Und Schnecken sind seit langem fort. Hainbuchen steh’n in Reih und Glied, wo Landwirtschaft das sonst vermied. Vor Jahren war hier Ackerbau… Weiterlesen

Baumskelett Innerlich stark zerrissen – An der Oberfläche wundervoll rekonstruiert – Anflüge von Mooseskissen Sterbendes Holz, Das sich in Schönheit verliert. Wie zu einem dunklen Stern Ist der Pfahl geborsten. Sein Baumschicksal liegt so fern Da geschahen irgendwann Holzernten in den Forsten. Sie gaben dem ermordeten Stamm Einen neuen Sinn. Er wurde ein Teil einer Grenze Für weidendes Vieh Zugleich war es der Beginn Seines stetigen Zerfalls. Fast lassen sich Die fasernden… Weiterlesen

Pilzteppiche Sonnigfeuchte Oktobertage Begeistern Pilze ohne Frage. Was jedoch in diesem Herbst geschah, kam einem Wunder reichlich nah. Mein Spaziergang führte am Bache entlang. Strauchwerk und Bäume wuchsen am Hang. Der Bach floss müde und flüsterte leise Oben schoss der Lärm über die Bahngleise. An diesem Morgen sah ich sofort – ich war heute zeitig am richtigen Ort. An den Füßen der Bäume standen Pilze im Kreis Ich flüsterte mir Namen ziemlich… Weiterlesen