Der Weg ins Leben

Ein Weg ins Leben

Über den Flächenverbrauch will z. Z. keiner sprechen.
In der grassierenden Wohnungsnot brechen
Ziele des Bodenfreiflächenschutzes wie ein
Kartenhaus in sich zusammen.
Denn viel zu wenige Schaufelbagger rammen
ihre Zähne in noch intakte Bodenökosysteme hinein.
Wohnungsbau muss in Wirtschaftswachstumszeiten einfach nur sein.

Es gibt Orte, da rudert die Natur ein wenig zurück –
so wie bei diesem ungepflegten Wegesstück.
Die Betonplatten sind vom hohen Alter gegerbt.
Das freudlose Grau durch Moose und Pflanzen gefärbt.
Der anfangs leblose Weg bekommt eine atmende Haut,
die für die meisten Menschen unordentlich ausschaut.
Wie viele Arten sind hier bereits wieder angekommen? Weiterlesen

Boden wird wertvoller!

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Boden wird wertvoller!

Was stand da heute so fett geschrieben –
ich habe meine Augen verwundert gerieben:
Der Boden wird hierzulande immer teurer
und das ganz ohne jegliche Mehrwertsteuer.
Doch nicht der Erhalt ist uns ganz viel wert,
nein – nur wer den Boden endgültig zerstört,
der zahlt jetzt dafür einen höheren Preis
Nicht jeder aller Bauherren ja der weiß,
dass dieses Geld in dieser schnellen Welt,
den Flächenverbrauch kaum ein wenig aufhält.
Freiflächenschutz für lebendige Erde
bleibt allenfalls eine Alibi-Gebärde.
Solange der Konjunkturmotor raucht,
wird hemmungslos Boden tagtäglich verbraucht. Weiterlesen

BODEN will LEBEN!

BODEN will LEBEN!

Sollte es nicht endlich ein neues Motto geben?
Eigentlich ganz einfach: BODEN will LEBEN!
Es gibt doch so viel an Wald, Feld und Flur –
da soll sie halt leben die Bodennatur.
Das Gewürm und Geassel und Tausendgebein
hat beileibe noch Flächen zum Glücklichsein.
Mann braucht gar nicht lange erst Auto zu fahren,
da riecht man die Waldluft seit ewigen Jahren.
Lila Kühe sie grasen auf märchengrüner Au –
und da reden doch die Leute vom Bodenklau.
Unser Land braucht flächenweit wieder Baukonjunktur.
Zum Ausgleich dafür gibt es Ersatz für Natur.
Der Boden kann sich gottlob nicht wehren,
selbst wenn sich die Verluste dramatisch vermehren.
Wir verlieren den Boden unter unseren Füßen
und müssen mit Zukunftslosigkeit dafür büßen. Weiterlesen

Gibt es das geniale Herbizid?

P1130911Gibt es das geniale Herbizid?

Partielle Pflanzenlosigkeit
ein Saatbeet ohne Konkurrenzen
ein Wirkstoff mit kürzester Halbwertzeit
wird fast zum Spiel ohne Grenzen.
Die Wunderdroge Glyphosat
kann jeden Aufwuchs hemmen.
Bekannt geworden als Roundup
soll es all Unkraut dämmen.
Es wirkt auf jedem grünen Blatt
was nicht genmanipuliert.
Die Pflanzen sind bald matt und platt,
denn Leben hier verliert.
Die ganze Welt kennt Glyphosat:
die Wunderwaffe der Chemie.
Wer dieses Herbizid in Händen hat,
herrscht über Leitmagie. Weiterlesen

Bodenfurchtbarkeiten

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Bodenfurchtbarkeiten

Wenn ich den Erdboden genauer betrachte,
bekomme ich es mit dem Fürchten zu tun.
Über lange Zeit im Leben ja da dachte
ich, das Erdreich würde noch gut in sich ruhn.
Luft wie Wasser schienen mir weit mehr bedroht.
Der Boden funktionierte in Wald und Feld – fast überall.
Doch die schleichende, zerstörende Bodennot
wird vielleicht zum bösesten Zukunftsknall.
Die schlimmste aller Furchtbarkeiten bleibt seine Versiegelung,
wenn Boden verschwindet für immer von der Oberfläche.
Ob stahlarmierte Betonierung oder Teerasphaltierung
jeder weiß, wovon ich so trostlos hier spreche.
Eine landesweite Furchtbarkeit offenbart ein Gewerbe,
das Boden bis an seine Grenzen belandwirtschaftet.
Aus dem mittelalterlichen, kulturell bäuerlichen Erbe
ist eine Großindustrie entstanden, die für Boden nicht haftet. Weiterlesen

Vom Baufieber zum Bodentod

BodenVom Baufieber zum Bodentod

Historisch niedriges Hypothekenzinsniveau
macht viele Bauwillige stark und froh.
Wozu noch staatliche Abschreibmodelle?
Selbst mit stattlichem Baugeld geht Abzahlung auf die Schnelle.
400 000 neue Wohnungen werden pro anno gebraucht,
in denen schnellstmöglich der Schornstein raucht.
Bagger scharren mit den Schaufeln, Kräne recken sich.
Nach verkürzter Bauplanung kommt erster Spatenstich.

In vielen Städten scheint das Baufieber ausgebrochen.
Es wird viel vom Neubau im Grünen gesprochen.
Eine Firma zu finden, das ist schon ziemlich schwer.
Es drängeln die Aufträge von Tag zu Tag mehr.
Vor nicht allzu langer Zeit wurde im Land befunden:
Wir haben den Boden längst genug schon geschunden.
Fast 20 Prozent der Flächen mehr oder weniger versiegelt
zu Straßen geteert, zu Häusern verputzt und verziegelt.
Die Krankheit des Bodens hieß bald: der Flächenfraß
Der Verlust an lebendigem Boden überstieg jegliches Maß.
Als oberstes Ziel wurde hoffnungsvoll spekuliert,
dass unser Land keinen weiteren Grund an den Bau verliert. Weiterlesen

Sperrfristen

P1130030Sperrfristen

Ach wie ist doch der Herbst so schön.
Jeder kann die Natur noch blühen sehen.
Jetzt wenn vom Baum die letzten Blätter stürzen,
Güllearomen die Martiniluft würzen.
Bis Mitte November darf auf Grünlandflächen
die deftige Sprache der Düngung noch sprechen.
Die Güllebunker müssen für den Winter geleert.
Das widrige Wetter eine späte Ausfuhr versperrt.
Das Wiesengras zur Zeit fast frühlingsgelaunt
ist über die Nahrung mehr als erstaunt.
Mit winterlicher Kälte gehen Pflanzen doch schlafen.
Da empfinden sie den Stickstoff fast wie Strafen.
Das Wachstum im Moment zwar noch angeturnt,
wird mit dem Froste dann richtig verlernt.
Die Gülle ist ratlos – keiner kann sie jetzt brauchen.
Da muss sie ganz tief ins Grundwasser abtauchen.
Aber vielleicht bleibt es ja weiter so warm und mild.
Da passen die Kühe ins Weihnachtswiesenbild.
Heiligabend wird morgens der Rasen gemäht.
Zwischen den Feiertagen wird dann Spinat gesät. Weiterlesen