Gerhard Laukötter's Blog

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Möhrenklau Auf meiner Runde mit dem Hunde Komm ich an einem Feld vorbei. Da lockte es mich süß im Munde, doch mein Gewissen ist dabei. Im Frühjahr blieb der Acker nackt. Er schien mir lang vergessen. Dann wurd gesät und das exakt Man konnt den Abstand messen. Ein zartes Grün erschien im Licht, Da sollt ich es bald ahnen. Als kleine Pflänzlein dicht an dicht Wuchsen Möhren in Bahnen. Im Sommer spross… Weiterlesen

Herbstfinale Dem Ginkgo gilben stark die Blätter. Für Bodenfall sorgt Wind und Wetter. An manchen dünnen Astes Spitzen Einzeln noch Laubanteile sitzen. Die Herstnatur streift jeden Tag Vom reifen Laubkleid etwas ab. Sind erste Zweige schon entblößt, Wird bald der ganze Baum erlöst Von ausgedientem Chlorophyll. Im Windeshauch sinkt es nun still.

Späte Herbstlibelle Für den nur halbwarmen Novembertag Passt du nicht ins Bild. Zwar ist dein Flug Nicht mehr juliwild Aber kurz Vor Toresschluss Jagst du Noch voller Lust Hinter der Lieben her. Der Luftverkehr Ist dir im Fluge vertraut Du ergreifst dir Deine blaugrüne Braut. Die Hochzeit In letzter Minute Kommt deiner Gilde Demnächst zu gute.

Blütennachlese Der Martinszug ist nimmer weit. Tage jetzt früher dunkeln. Der Wind von Blätterlast befreit – Laternenlichter funkeln. November ist die graue Zeit, da Astern, Heiden blühen. Bald kommt der Tag, an dem es schneit. Und Öfen feurig glühen. Doch heut ist es noch ziemlich mild. Der Frost muss vorerst warten. Ich mache mir ein buntes Bild Von Blüten hier im Garten. Vereinzelt treffe ich im Beet Noch frische bunte Farben. Andres… Weiterlesen

Windmusik Heut war die Luft ein Tönemeer. Wind will zum Konzert laden. Im Klang der Pappeln wogt es schwer Da kann der Sturm nur schaden. Am Bachpfad rauschen Baumkulissen Des Wassers Lied wird überstimmt. Bald wollen meine Ohren wissen, wo diese Luft sich Töne nimmt. Die alten Gräser rascheln weise. Im Strauch da klappert es schon laut.

Novembernesseln Als wäre es aus allerreinstem Blau So sonnklar zeigt sich das Morgenkleid. Zuvor war es noch diesig nebelgrau Wie traurig oft in der Novemberzeit. Doch heute ist die Welt wie ausgetauscht. Die Luft so warm mit heitrem Blättertanz. Ich hab fast noch dem Vogelton gelauscht, Doch fehlte er mit seinem Liederglanz. Ich ging den Weg – wie oft mit unsrem Hunde Am Feldessaum entlang durch grüne Flur. Ich blickt verträumt hinab… Weiterlesen

Matschmohn In kalten Nächten wuchs Novemberreif. und später Tau erfror zu Eisestränen. Die letzten Rosenknospen ragen steif Bewaffnet fein mit kleinsten Glitzerzähnen. Im morgendlich erwachtem Sonnenlicht Da lösen sich vom Eis die starren Häute. Der grad gehauchte weiße Zauber bricht. Er tröpfelt nass und rinnt hinein ins Heute. Die frühlingshaften noch so warmen Brisen Sie haben Blüten hoffnungsfroh wohl nachgeschickt. Marienblümchen lachen in den Wiesen Ob wohl Novemberuhr noch richtig tickt? Seit… Weiterlesen

Novemberrosen Am Totensonntag blühen rote Rosen. Auch weiße blicken offen heut ins Licht. Der Reif will alles zärtlich kalt umkosen, Eh späte Schönheit frostig dann zerbricht. Noch junge Knospen an dem Rosenstrauche Sie hoffen auf die Milde in der Nacht. Des Schornsteins dauerndes Gerauche Uns die Gefühle langsam kälter macht. Die helle Sonne scheint uns schon seit Wochen. Nur zäher Nebel kämpft mit Strahlenmacht. Nächtliches Eis wird in der Früh gebrochen –… Weiterlesen

Liegenschaften Längst abgestürzt liegen sie da Unzählige Kirschbaumblätter. So glänzend grün ich sie einst sah, malt braun Novemberwetter Am Boden liegt wie Leichenhaut, was lang den Baum belebte. Das Chlorophyll die Stärke baut. Gezweig zum Himmel strebte. Nun löst sich auf Form und Struktur. Zersetzer konzertieren. Zurück in seine Urnatur Wird alles sich verlieren. Vom Blatt fehlt bald die letzte Spur. Im Abbau wird vollendet. Am Ende bleibt der Humus nur, der… Weiterlesen

Novemberküken Der Wetterbericht kündigt 20 Grad Für den 2. November – mit Sonnenbad. Das freut die Herbstmosaikjungfer sehr Sie turtelt liebeslaunig im Sturzflug umher. Der Mohn im Sommer ein rotes Farbenmeer Holt von irgendwo eine letzte Blüte her. Nach munter tanzenden Kriebelmücken Schnappen sieben Novemberküken. Die Glucke wacht ängstlich und auch richtig böse Macht bei Gefahr ein schrecklich Getöse. Lockt unermüdlich ihre hungrigen Kinder Und kennt dabei als Nahrungsfinder Von morgens bis… Weiterlesen